Wusstet ihr, dass man unter Triskaidekaphobie leiden kann? Ich auch nicht :). Triskaidekaphobie nennt man die irrationale Angst vor der Zahl 13 als Unglücksbringer. Also etwa vor Freitagen, die auf einen Dreizehnten fallen. Ich mochte die Zahl 13 immer schon besonders gern. Ich bin einmal an einem 13. Juniorenweltmeisterin geworden. Und mit Startnummer 13 Olympiasiegerin. Es gab noch andere Begebenheiten in meinem Leben, wo die Zahl 13 äußerst positiv aufgefallen ist, welche, das würde jetzt zu weit führen…

Das Redesign meiner Website ist seit 13. 9. online. Übrigens, die Datums-Quersumme 1 + 3 + 9 ergibt auch 13 ;-)) Bevor das jetzt nach Numerologie-Tick klingt: Ich nenne den Blog deshalb JD13, weil die Zahl 13 für mich ein Symbol für die Widersprüchlichkeiten des Lebens ist. Nachdem der Spitzensport an sich eher eine Domäne der einfachen Kategorien ist entweder / oder, gut / schlecht, Sieg / Niederlage, werde ich meine Betrachtungen im Blog immer wieder auch dem Dazwischen, dem sowohl / als auch widmen. Kein Horizont endet dort, wo man ihn sehen kann.

Ich war am 27. August für eine Autogrammstunde in Parndorf gebucht. An jenem Tag, an dem in der Nähe der Lkw mit 71 toten Flüchtlingen gefunden worden ist. Das war für alle überfordernd. Late Night-Shopping, Autogramme schreiben, lieb lächeln angesichts der unfassbaren menschlichen Tragödie, war mir eine unerträgliche Vorstellung. Und dann ist aus dem Abend eine Kundgebung der Menschlichkeit geworden: VIP-Schnickschnack war abgesagt, statt Bussi-Bussi gab es betroffene Statements – ich habe mein Honorar an die Flüchtlingshilfe gespendet, die Veranstalter haben auch noch was draufgelegt. Ja, vielleicht nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Aber besser, als in einer Schock- und Angststarre zu verharren.

Damals ist mir klargeworden: Ich WILL mehr tun! Wir Spitzensportler werden privilegiert behandelt, dafür wird von uns Zurückhaltung erwartet. Nur ja nicht exponieren, nur ja nicht anstreifen, schön angepasst sein, immer brav mitschwimmen, keine politischen Äußerungen, keine Systemkritik. An diesem 27. August habe ich mich an dieses unausgesprochene Gesetz im Spitzensport zum ersten Mal nicht gehalten und ein kritisches Posting gemacht. Der Response war überwiegend, aber natürlich nicht nur positiv. Später haben sich Marcel Hirscher, Anna Fenninger, auch die Jungs vom Nationalteam in der Flüchtlingsfrage klar positioniert. Spitzensportler sind keine Politologen und dürfen – nein: sie sollen – trotzdem eine Meinung zu den wichtigen gesellschaftlichen Fragen haben.

Unsereins wird in diesen Tagen allerdings meist nach etwas anderem gefragt: Wie war deine Vorbereitung? Antwort: Auch diesmal wieder anders. Yoga ist mir nach Abschluss meiner Ausbildung auf Maui als persönliche Kraftquelle noch wichtiger geworden. Natürlich sind da nach wie vor auch die Pushups, Intervall-Sprints, Biketouren und Kitejumps – sozusagen das offizielle Training. Nur: das ist nur mehr ein Teil der eigentlichen Vorbereitung. Mir wird der eigene Weg, die Individualität auch im Training immer wichtiger. Die Stille, der Blick nach innen, ein tieferes Verständnis: inhale – exhale, so fokussiere ich auf die nächsten sportlichen Ziele und versuche mich ihnen so individuell wie möglich zu nähern.

Was sind meine Ziele? Nach meiner Ellbogen-Verletzung so schnell wie möglich auf Schnee zu kommen, eine Top-Saison 2015/2016 hinzulegen und mit meiner – ich gebe zu: unkonventionellen Art des Trainings – Schritt für Schritt auf Olympia 2018 hinarbeiten.

11794229_874647082607068_5528071647608248871_o-1Ach ja: Und wer das Ziel hat, auch so eine individuelle Homepage zu haben wie ich – die Jungs von Sublab (www.sublab.at) können das 🙂

Vielen Dank an SUBLAB & DW MEDIENDESIGN für die tolle Arbeit und eure Geduld. Ihr seid die Besten.

Alles Liebe und bis zum 13.,

Eure Julia xo